Naturheilverfahren
Hier finden Sie Informationen zu Therapieverfahren der Naturheilkunde.
Ab- und ausleitende Verfahren, Entgiftung
Mit ab- und ausleitenden Methoden wird der Stoffwechsel und Gesamtorganismus beeinflusst. Gestörte Funktionen des Körpers werden reguliert und abgelagerte Stoffwechselendprodukte gezielt der Ausscheidung zugeführt. Damit wird der Organismus entlastet, und es erfolgt eine „Entgiftung“. Mit ableitenden Verfahren (z. B. trockenes Schröpfen und Baunscheidtverfahren) werden Prozesse im Organismus angeregt, um internen Krankheitsprozessen wie beispielsweise Gelenkentzündungen, die Möglichkeit zu geben, auch über die Haut auszuleiten.
Ausleitend wirken alle Verfahren, die dazu beitragen, dass sich der Körper von schädlichen Stoffen reinigt. Zu diesen Verfahren gehören z. B. der Aderlass, die Kantharidenbehandlung die Blutegelbehandlung und das Schröpfen.
Akupunktur
Der Begriff Akupunktur kommt aus dem Lateinischen (Acus = Nadel und pungere = stechen). Wörtlich übersetzt bedeutet er „Mit der Nadel stechen“. Die Akupunktur wird in der traditionellen chinesischen Therapie seit über 2000 Jahren eingesetzt. Anwendungsgebiete sind: Erkrankungen der Atemwege, Asthma, Krankheiten des Bewegungsapparates, Beschwerden im Magen-Darm-Trakt und Migräne. Besonders häufig wird sie bei der Behandlung von Schmerzen eingesetzt.
Bei einer Akupunkturbehandlung werden feinste sterile Nadeln in spezielle Akupunkturpunkte gesetzt. Diese Akupunkturpunkte liegen auf Energieleitbahnen (Meridiane), die symmetrisch auf beiden Körperhälften verlaufen. In der klassischen Akupunktur sind 14 Hauptmeridiane mit 361 Akupunkturpunkten bekannt. Jedem Akupunkturpunkt ist eine exakte Bedeutung zugeordnet. Das Einstechen einer Akupunkturnadel ist mit einem geringen und nur kurz andauernden Schmerz verbunden. Die Behandlung wird meist im Liegen durchgeführt und dauert in der Regel ca. 20 Minuten.
Elektroakupunktur nach Voll (EAV)
Die Elektroakupunktur (EAV) nach Voll ist eine Sonderform der Akupunktur. Sie kombiniert Elemente der traditionellen chinesischen Medizin und der Homöopathie nach Samuel Hahnemann.
Mit einer kleinen Elektrode wird an bestimmten Akupunkturpunkten, vorwiegend an Händen und Füßen, der Hautwiderstand bestimmt. Es folgt eine Bewertung gemäß einer Skala, die auf den EAV-Geräten angebracht ist. Der mittlere Zeigerwert von 50 gilt in der Elektroakupunktur als normaler, „gesunder“ Wert. Niedrige Werte zeigen funktionsmindernde Tendenzen, während höhere Werte auf stark funktionsbeanspruchende Tendenzen, z. B. entzündliche Prozesse, hinweisen.
Zur Ermittlung des geeigneten homöopathischen Mittels wird ein so genannter Resonanztest durchgeführt: In das Gerät zur Hautwiderstandsmessung werden Proben verschiedener Mittel eingebracht und die Reaktion des Organismus mittels des Messgerätes beobachtet und so ein geeignetes Mittel bestimmt.
Anschließend werden dem Patienten die ermittelten Präparate verordnet. Wie lange der Patient die Medikamente nehmen muss und in welchen Mengen, bestimmt der Therapeut in Abhängigkeit vom Erkrankungsverlauf und der Diagnose.
Biologische Allergietherapie / Naturheilkundliche Behandlung von Allergien
Die naturheilkundliche Behandlung der Allergie ist ein individuell für den Patienten zusammengestelltes Bündel verschiedener Heilverfahren. Dazu gehören unter anderem: die Ernährungsumstellung, Darmsanierung/ Darmreinigung, Eigenblutbehandlung, Akupunktur sowie ab- und ausleitende Verfahren, Regulationstherapie (z. B. Hyposensibilisierung und Desensibilisierung, um den Körper weniger sensibel auf bestimmte Stoffe zu machen) – oftmals unter Einsatz von homöopathischen Komplexmitteln.
Biologische Lymphtherapie / Naturheilkundliche Behandlung des Lymphsystems
Neben dem Blutsystem ist das Lymphsystem mit der Lymphflüssigkeit (Lymphe) ein weiteres bedeutendes Gefäßsystem im menschlichen Organismus. Es spielt eine wichtige Rolle beim Abtransport von Flüssigkeit sowie schädlichen Substanzen aus dem Gewebe und ist ebensobei der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt. Die Stimulierung des Lymphsystems kann bei vielen Beschwerden sinnvoll sein. Dazu gehören beispielsweise: Neigung zu Infektionen, Neigung zu Allergien, Schmerzen bei rheumatischen Erkrankungen.
Wird das Lymphsystem überfordert oder verletzt, kann es zu Schwellungen im Gewebe kommen. Therapeutische Ansätze sind spezielle sanfte Massagetechniken (manuelle Lymphdrainage), Kompressionstherapie (z. B. durch Stützstrümpfe) und homöopathische Komplexmittel, die den Lymphfluss anregen.
Biologische Rheumatherapie
Bei der naturheilkundlichen Behandlung von Rheuma werden individuell für jeden Patienten verschiedene natürliche Heilverfahren zusammengestellt. Dazu gehören u. a. Neuraltherapie, Akupunktur, die Behandlung mit Heilpflanzen, Magnetfeldtherapie, physikalische Therapien und orthomolekulare Therapien (Erläuterung PDF Seite 23).
Biologische Schmerztherapie
Die biologische Schmerztherapie ist ein individuell für den Patienten zusammengestelltes Bündel verschiedener Naturheilverfahren. Dazu gehören z. B. die Neuraltherapie und Akupunktur, die Behandlung mit Heilpflanzen, manuelle Therapien (siehe Chiropraktik, Dorn-Breuss- Methode), die Magnetfeldtherapie sowie orthomolekulare Therapien (Erläuterung Seite 23) und vieles mehr.
Chiropraktik
Die Chiropraktik bedient sich spezieller Handgrifftechniken zur Behandlung von Knochen- oder Gelenkfehlstellungen mit den entsprechenden Beschwerden. Sie wird häufig bei Wirbelsäulenbeschwerden eingesetzt: Schon eine minimale Lageveränderung eines Wirbels kann zu Reizungen der austretenden Nervenbahnen führen. In der Folge können Schmerzen und Verspannungen der Muskulatur auftreten. Mit gezielten Griffen bringt der Chiropraktiker den Wirbel wieder in die richtige Lage. So können die Beschwerden oft gelindert werden.
Darmsanierung / Darmreinigung - Symbioselenkung
Eine gesunde, intakte Darmflora ist die Basis für Gesundheit und Wohlbefinden.
Nicht nur die Verdauung, sondern vor allem die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers werden durch die im Darm lebenden Bakterienkulturen beeinflusst. Durch einseitige Ernährung (zu viel Fleisch und Fett, wenig Ballaststoffe) oder Medikamenteneinnahme (z. B. Antibiotika), kann die natürliche Zusammensetzung der Darmflora gestört werden.
Für die Gesundheit wichtige Darmbakterien werden abgebaut, Fäulniskeime reichern sich an. Es kann zu Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl, Aufstoßen, Blähungen, Verstopfung, aber auch zu negativen Auswirkungen auf die körpereigenen Abwehrkräfte kommen.
Durch eine Darmreinigung und anschließender Darmsanierung (auch Symbioselenkung genannt) kann die Darmflora wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.
Dorn-Breuss-Methode
Die Dorn-Breuss-Wirbelsäulentherapie ist eine sanfte Methode zur Behandlung von Schmerzen im Rückenbereich, die auf Wirbelverschiebungen zurückzuführen sind. Sie wird häufig auch bei Erkrankungen innerer Organe, die auf eingeklemmte Nerven zurückzuführen sind und bei Skoliose (eine Verbiegung der Wirbelsäule) eingesetzt. Die Dorn-Therapie soll behandlungsbedürftige funktionelle Beinlängendifferenzen korrigieren und Wirbel, die sich nicht in ihrer normalen Position befinden, ohne mechanischen Druck einrichten.
Während der Behandlung werden – nach dem Beinlängenausgleich – das Becken, das Kreuzbein und die Wirbelsäule gerade gerichtet. Oft wird die Therapie mit Übungen, die zu Hause durchgeführt werden können, unterstützt.
Eigenblutbehandlung
Blut war als Heilmittel schon im alten Ägypten bekannt. Nach heutigem Kenntnisstand wirkt das Blut, das aus der Vene entnommen, in den Muskel zurück injiziert wird, als Reiz. Als Reaktion des Körpers auf diesen Reiz kommt es zu einer Anregung und Aktivierung der körpereigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte. Die Eigenblutbehandlung wird bei Infektanfälligkeit, chronischen Entzündungen, Allergien, Ekzemen und zum Teil auch bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.
Homöoakupunktur / Akupunktur mit homöopathischen Mitteln
In der Homöoakupunktur werden zwei naturheilkundliche Therapieformen, nämlich Homöopathie und Akupunktur miteinander kombiniert. Es werden in der Regel homöopathische Mittel oder homöopathische Komplexmittel zur Injektion (siehe auch Erklärung zur Komplex-Homöopathie) in Akupunkturpunkte appliziert.
Dies kann in zwei Verfahren erfolgen: Mittels einer Spritze wird das Medikament als Quaddel unter die Haut gespritzt oder das Mittel wird in die Haut eingerieben (Ponndorf‘sche Impfung).
Iridiologie / Augendiagnostik
Die Erkennung von Schwachstellen und Anfälligkeiten aus der Iris ist eine schon seit vielen Jahren eingesetzte Methode. Schon 1880 stellte der ungarische Arzt Dr. Ignaz Peczely in seiner Schrift „Die chronischen Krankheiten – Anleitung zum Studium der Diagnose aus den Augen“ die Iridiologie (früher Augendiagnostik genannt) einer breiteren Öffentlichkeit vor. Dr. Peczely hatte bei Patienten, die unter den gleichen Erkrankungen litten, häufig übereinstimmende Zeichen und Strukturen in der Regenbogenhaut (Iris) festgestellt. Die Betrachtung dieser Strukturen und Pigmente in der Iris lässt oft Punkte erhöhter Anfälligkeit erkennen, noch bevor messbare Organschäden aufgetreten sind.
Komplex-Homöopathie / Homöopathie mit Komplexmitteln
Da es oftmals schwierig ist, ein genau passendes Mittel aus der Vielzahl von möglichen homöopathischen Stoffen herauszufinden, wurden schon zu Lebzeiten Hahnemanns (1755-1843) gelegentlich Doppelmittel eingesetzt. Daraus entwickelten sich später die Komplexmittel.
Sie enthalten verschiedene Einzelmittel, die in die gleiche Wirkungsrichtung gehen und sich bei einer bestimmten Organerkrankung bewährt haben. Die Zusammensetzungen der Komplex-Präparate sind meist das Ergebnis praktischer Beobachtungen und jahrzehntelanger Erfahrungen. Der Vorteil der Homöopathie mit Komplexmitteln ist, dass die Präparate, ähnlich wie nicht-homöopathische Arzneimittel, nach dem Beschwerdebild eingesetzt werden können. In diesen Komplex-Präparaten werden Einzelstoffe eingesetzt, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig ergänzen, bzw. unterstützen.
Friedrich H. Pascoe, der Großvater des heutigen Geschäftsinhabers Jürgen F. Pascoe, gründete bereits 1896 die Mellinghoff´sche Apotheke in Mühlheim an der Ruhr. Da Friedrich Pascoe sehr an den medizinischen Strömungen seiner Zeit interessiert war, stand er auch in engem Kontakt zu dem evangelischen Pastor Emanuel Felke. Gemeinsam erfanden sie die Komplexmittelhomöopathie (z.B. die Similiaplexe) und erforschten die Wirkung von pflanzlichen und homöopathischen Präparaten. 1918 entstand in Giessen schließlich die Firma „Apotheker Friedrich Pascoe – Pharmazeutische Präparate“.
Konstitutionsmedizin / Unterstützung der Konstitution
Ob jemand Heuschnupfen bekommt, von Magengeschwüren betroffen ist oder an Nierensteinen leidet, immer spielt die Konstitution dabei eine wichtige Rolle. Sie wird als Summe aller ererbten körperlichen und psychischen Eigenschaften definiert. Weitere Einflussfaktoren liegen aber auch in der Lebensweise und dem gesamten Lebensumfeld, die sich stützend oder schwächend auswirken können.
In der Konstitutionsmedizin werden physikalische oder biologische Mittel eingesetzt, die eine Stärkung der Konstitution bewirken sollen, um die Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen beim Patienten zu verringern.
Die Konstitutionstherapie ist meist eine längerfristige Behandlung, die der Stärkung des Organismus dient und die anlagebedingten Schwachstellen stärkt.
Weiterhin dient sie der Linderung konstitutionstypischer Beschwerden. Sie wird auch prophylaktisch (vorbeugend) eingesetzt, um die Auswirkung einer Disposition (Krankheitsneigung) zu verhindern.
Kinesiologie / applied kinesiology
Der Begriff Kinesiologie leitet sich von den griechischen Worten „Kinesis“ für Bewegung und „Logos“ für Lehre ab. Die vom Chiropraktiker George Goodheart entwickelte Methode soll das Wiedererlangen der körperlichen, energetischen und geistigen Beweglichkeit fördern.
Kinesiologie/applied kinesiology ist ein Diagnose- und Therapieverfahren der alternativen Medizin, das sowohl Elemente aus der chinesischen Medizin, der Chiropraktik und Bewegungslehre berücksichtigt. Ziel ist die Wiederherstellung eines gesunden Energieflusses im Körper. Das zentrale Werkzeug der Kinesiologie sind die „Muskeltests“. Mit diesen Tests werden Unausgewogenheiten in den Bewegungsabläufen und „energetische Blockaden“ festgestellt und entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet. Der Muskel soll als Indikator für Reize oder Stress dienen, um innere Erkrankungen erkennen zu können.
Die der Kinesiologie / applied kinesiology zugrunde liegende Denkweise hat ihren Ursprung in der Traditionellen chinesischen Medizin, wonach die Lebensenergie durch bestimmte Leitbahnen (Meridiane) fließt. Andere kinesiologische Techniken sind z. B. „Touch for Health“ (Heilung durch Berühren), Brain Gym (Verbesserung der Lernfähigkeit) oder die „Three-In-One-Concepts“, die sich mit psychischen Blockaden beschäftigen.
Klassische Homöopathie
Das Wort „Homöopathie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „ähnliches Leiden“. Die schon im Altertum verwendete und von Samuel Hahnemann weiterenwickelte Heilmethode basiert auf zwei wesentlichen Prinzipien:
1. Das Ähnlichkeitsprinzip (Simileprinzip)
Hier ein Beispiel: Ein Mensch wird von einer Biene gestochen. Die Hautstelle schwillt an, wird rot, heiß und gespannt und es sind brennende, stechende Schmerzen zu spüren. Nach der Ähnlichkeitsregel wird Bienengift (lateinisch: Apisinum) in homöopathischer Zubereitung zur Behandlung von brennenden, stechenden Schmerzen, Schwellungen, usw. eingesetzt.
Besonders interessant und bedeutungsvoll ist diese Tatsache: Ein solches homöopathisches Präparat kann nicht nur die Folgen eines Bienenstichs beheben, sondern auch Beschwerden, die den durch Bienengift verursachten Beschwerden ähnlich sind (auch wenn sie nicht durch Bienengift ausgelöst wurden, z. B. Sonnenbrand).
2. Dosierung in abgestuften Potenzen
Die Selbstheilungskräfte des Körpers werden nach Hahnemann nur dann gut angeregt, wenn der Arzneistoff nicht nur korrekt verdünnt, sondern auch in jeder Verdünnungsstufe intensiv verschüttelt, bzw. bei Feststoffen verrieben wird (= Potenzieren).
Wie der Begriff Potenz (= Kraft, Vermögen, etwas zu verrichten) verrät, wird durch das Potenzieren eines Arzneistoffes dessen Heilkraft verstärkt. Die Ausgangsstoffe werden mit einer Substanz (Wasser-Alkohol-Mischung, Laktose oder Zucker) als Träger verdünnt und danach intensiv verschüttelt bzw. verrieben nach genau vorgegebenen Herstellungsvorschriften des Homöopahtischen Arzneibuchs (HAB).
Hierbei bedeutet:
D-Potenz: 1:10 Verdünnung + Potenzierung
C-Potenz: 1:100 Verdünnung + Potenzierung
LM- oder Q-Potenz: 1: 50.000 Verdünnung + Potenzierung
Dann bedeutet also D1 (im englischen als 1X bezeichnet) in der Regel eine Verschüttelung im Verhältnis 1 zu 10. Bei einer D2 (= 2X) wird zunächst die Ursubstanz oder Urtinktur (Kurzzeichen: Ø) im Verhältnis 1:10 verschüttelt, dann wird die erzielte D1 wiederum im Verhältnis 1:10 verschüttelt, bzw. verrieben.
Lymphdrainage
Hier handelt es sich um eine sehr spezielle und moderne Therapiemethode, die zur Entstauung geschwollener Körperregionen dient. Bei der manuellen Lymphdrainage werden unterschiedliche Handgriffe angewendet: zum einen weiche, lediglich die Haut vorsichtig dehnende Griffe, die zur Anregung der Lymphgefäßtätigkeit dienen; zum anderen leichte bis festere Griffe im eigentlichen Lymphödemgebiet, die eine Lockerung, bzw. Verschiebung und Verdrängung der Ödemflüssigkeit bewirken sollen. Vor allem bei sekundären Lymphödemen kommt es darauf an, die Ödemflüssigkeit in Regionen des Körpers zu verschieben, wo gesunde und damit leistungsfähige Lymphgefäße erhalten sind. Lassen Sie sich also nicht irritieren, wenn auch in gesunden Bereichen gearbeitet wird.

Magnetfeldtherapie
Bereits im antiken China und Ägypten setzte man natürliche Magnete zur Heilung von Krankheiten ein und auch Hippokrates beschrieb Heilungen mit Magneten. Zur Wirkung der Wechselfeld-Magnettherapie wird vermutet, dass die Durchblutung und der Zellstoffwechsels gefördert wird.
Magnetische Wechselfelder induzieren im Körper elektrische Spannungen. Diese könnten die chemischen und physikalischen Vorgänge an Zellmembranen beeinflussen.
Anwendungsgebiete der Magnetfeldtherapie sind Wundheilungsstörungen, Verschleiß des Bewegungsapparates und der Wirbelsäule, Knochenbrüche sowie Migräne. Oft ist eine mehrfache Anwendung erforderlich. Da man ein Magnetfeld nicht spüren kann, ist die Anwendung schmerzfrei. Manche Patienten berichten jedoch von einem Wärmegefühl oder einem leichten Kribbeln durch die Anwendung.
Bei Menschen mit Herzschrittmacher oder anderen elektronischen Implantaten sollte grundsätzlich keine Magnetfeldtherapie eingesetzt werden. Es könnte hier zu gefährlichen Wechselwirkungen mit der Steuerelektronik kommen.
Neuraltherapie
Die Neuraltherapie gilt in vielen Fällen als Alternative zu schulmedizinischen Methoden in der Schmerztherapie. Nach den Vorstellungen der Neuraltherapeuten können ein Drittel aller chronischen Erkrankungen auf so genannte Störfelder im Körper zurückgeführt werden. Dies können beispielsweise Narben oder abgestorbene Zähne sein. Oft rufen die Störfelder selbst keinerlei Beschwerden hervor. Sie sollen aber als eine Art Störsender über die umgebenden Nervenfasern ständig Impulse abgeben, die zu Irritationen im Organismus führen.
Die Ursache einer Beschwerde liegt also nicht am Erkrankungsort selbst, sondern die Beschwerden werden durch das Störfeld verursacht. Ein geschulter Neuraltherapeut kann solche Störfelder entdecken und gezielt ausschalten. Dazu werden Arzneistoffe, die lokal betäuben (Lokalanästhetika), in die Störfelder injiziert und somit die vom Störfeld ausgelösten Fernstörungen unterbunden.
Ein weiterer Bereich der Neuraltherapie ist die Segmenttherapie. Hierbei nutzt der Neuraltherapeut die Nervenverbindungen zwischen inneren Organen und bestimmten Hautarealen. Durch Injektionen mit Lokalanästhetika in den Hautbezirk können die Beschwerden im betroffenen Organ unter Umständen beeinflusst werden.
Orthomolekulare Medizin
Der Begriff „Orthomolekulare Medizin“ (Medizin mit den richtigen Molekülen) wurde von dem amerikanischen Biochemiker und Nobelpreisträger Linus Pauling entwickelt. Die Anwender der orthomolekularen Medizin sind davon überzeugt, dass zahlreiche Erkrankungen und Beschwerden auf einen Mangel an bestimmten Nährstoffen, bzw. Vitaminen zurückzuführen sind. Sie gehen davon aus, dass die tägliche Ernährung nicht die optimale Versorgung mit bestimmten Nährstoffen gewährleistet. Zum Teil werden hohe Dosierungen von Vitaminen, Mineralien, essentielle Fettsäuren, Aminosäuren und Spurenelementen eingesetzt.
Die häufigsten Einsatzgebiete sind: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und rheumatische Erkrankungen. Manche Nährstoffe werden aber auch als ergänzende Therapie zur Vorsorge eingesetzt, beispielsweise zum Schutz vor Arteriosklerose.
Ozontherapie
Als Ozontherapie werden mehrere Verfahren bezeichnet, bei denen das aus Sauerstoff gewonnene Gas Ozon (= O3) eingesetzt wird. Je nach Anwendungsart und Konzentration soll Ozon entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und stoffwechselverbessernd wirken.
Abhängig von der Diagnose wird O3 auf unterschiedliche Art und Weise eingesetzt:
Bei der modifizierten Eigenblutbehandlung wird Blut aus der Vene entnommen, mit Ozon versetzt und wieder zurück in die Vene oder in den Muskel injiziert.
Injektionen werden hauptsächlich für arterielle Durchblutungsstörungen, Krampfadern, Viruserkrankungen, asthmatische Beschwerden, Allergien oder Gelenkschmerzen eingesetzt.
Bei der Darm-Ozontherapie wird Ozon über einen Katheter in den Darm eingebracht. Behandelt werden sollen Verstopfungen, Hämorrhoiden oder entzündliche Darmerkrankungen.
Pflanzenheilkunde / Behandlung mit Heilpflanzen
Die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) gehört zu den ältesten medizinischen Therapien. Schon immer haben die Menschen verschiedenster Kulturen ihr Wissen über die Wirksamkeit der Pflanzen, bzw. pflanzlicher Zubereitungen und über die Behandlung mit Heilpflanzen den nächsten Generationen weitergeben. In den letzten Jahrzehnten konnte die Wirksamkeit und Verträglichkeit vieler traditionell genutzter Heilpflanzen durch die moderne Arzneipflanzenforschung bestätigt werden.
Bei manchen Erkrankungen und vielen Befindlichkeitsstörungen ist die Pflanzenheilkunde oft als eine ausreichend wirksame und zumeist gut verträgliche Alternative zu chemisch synthetischen Arzneimitteln zu sehen. Sie ist gleichermaßen durch Patienten und Fachleute anerkannt und wird von vielen Menschen als Therapieform bevorzugt.

